Früher waren Budget-Smartphones kaum zu gebrauchen: dicke Displayränder, ruckelige 60 Hz, kleiner Akku und unbrauchbare Kameras. Dieses Image hält sich in vielen Köpfen, doch nichts davon trifft auf das Motorola Moto g86 zu, das ich für rund 200 € bekommen habe. Ich habe es gegen Samsungs Top-Modell, das Galaxy S25 Ultra, antreten lassen und mir bei jedem Punkt eine Frage gestellt: Merkt man den Unterschied wirklich?
Haptik: die Rückseite überzeugt, die Seiten weniger
Die Rückseite des Moto g86 fühlt sich sehr angenehm an und wirkt überhaupt nicht billig. Anders die Seiten: Sie wirken wie Plastik und damit etwas billig. Das S25 Ultra mit Glas, Metall und Glas wirkt klar hochwertiger. Aber mal ehrlich: Wenn du eine Hülle nutzt, wirst du davon nichts merken. Merkt man den Unterschied also? Ein bisschen.
Teilnote Haptik
Display: fast kein Unterschied zum Top-Modell
Das Moto g86 hat ein 6,67 Zoll großes P-OLED-Display, das zwischen 60 und 120 Hz arbeitet. Das S25 Ultra setzt auf ein 6,9 Zoll großes Dynamic LTPO AMOLED 2X mit 1 bis 120 Hz und ist mit 498 ppi etwas schärfer als das Moto mit 446 ppi. Beide zeigen 1 Milliarde Farben und unterstützen HDR10+. Einen echten Vorteil hat Samsung beim Glas: Gorilla Glass Armor 2 reduziert Reflexionen.
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Ich könnte jetzt darüber reden, dass die Displayränder beim Moto etwas unsymmetrisch sind, aber das sind Bewertungskriterien für 1.000-€-Handys. Merkt man den Unterschied? Fast gar nicht.
Teilnote Display
Leistung: merklich langsamer, aber selten störend
Beim Prozessor gibt es keinen Vergleich: Der Snapdragon 8 Elite im S25 Ultra ist deutlich schneller als der Mediatek-Chip im Moto, laut Geekbench etwa dreimal so stark. Im Alltag ruckelt das Moto ab und an etwas. Wenn du gewohnt bist, dass jede App ohne große Verzögerung öffnet, fallen dir die zwei Sekunden hier und da auf. Stören tun sie selten, außer natürlich bei der Rewe-App an der Kasse oder der Bahn-App, wenn die Bahn gerade einfährt.
Vergleich
Die meisten wird es nicht stören, aber es ist merklich.
Teilnote Leistung
Software: etwas dünner, aber nicht schlechter
Beide Handys laufen mit Android 15. Auf dem Moto ist Bloatware vorinstalliert. Das nervt, du kannst sie aber entfernen. Bei den Features steht Samsungs One UI mit dem S-Pen gegen Motorolas Gesten. Ein Always-On-Display gibt es beim Moto nicht. Software-Updates kommen bei beiden verzögert. Unterm Strich ist das Moto etwas dünner ausgestattet, aber nicht schlechter.
Teilnote Software
Akku: hier ist das Moto besser
Das Moto g86 hat mit 5.200 mAh etwas mehr Kapazität als das S25 Ultra mit 5.000 mAh. Beim Laden liegt Samsung vorn: 45 W statt 30 W, allerdings nur mit dem passenden Schnellladen. Kabelloses Laden fehlt dem Moto ganz.
Im Alltag dreht sich das Bild: Beim Samsung lande ich am Abend immer bei etwa 10 bis 15 %. Beim Moto komme ich mit 90 % Akku auf rund 6 Stunden Display-an-Zeit. Genaue Werte zu Akkunutzung und Displayzeit zeigt Motorola leider nicht an, aber gefühlt ist die Laufzeit deutlich besser.
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Merkt man den Unterschied? Ja, und das Moto ist besser.
Teilnote Akku
Kameras: nur eine von zwei ist brauchbar
Zwei Kameras auf der Rückseite gegen vier beim S25 Ultra. Die Hauptkamera des Moto hat 50 MP, f/1,9 und einen 1/1,95″-Sensor, das S25 Ultra 200 MP, f/1,7 und 1/1,3″.
Das S25 Ultra macht meist deutlich hellere und schärfere Fotos. Das Moto versucht, realistischere Farben zu treffen, verliert dadurch aber oft Details. Bei Tageslicht, etwa bei meinem Brückenbild, sehen die Fotos sehr schön aus, nachts gibt es dagegen viel Rauschen. Der Porträtmodus ist nicht schlecht und schneidet sehr gut aus, insgesamt wird aber viel nachbearbeitet.
Die Ultraweitwinkel-Kamera ist beim Moto unbrauchbar: 8 MP gegen 50 MP beim Samsung, dazu andere Farben als bei der Hauptkamera. Das macht sie wertlos. Ein Tele gibt es beim Moto nicht, während das S25 Ultra 3- und 5-fach zoomt, und auch der Digitalzoom des Moto ist nicht gut. Die Selfiekamera hat zwar 32 MP statt 12 MP, liefert aber schlechte Farben und viel Nachbearbeitung. Das S25 Ultra ist hier trotz weniger Pixel klar besser.
Vergleich
Die Kamera ist also deutlich schlechter als beim S25 Ultra, aber bei Weitem nicht fünfmal schlechter.
Teilnote Kameras
Lautsprecher, Vibration und Fingerabdrucksensor: hier erinnert dich das Moto an den Preis
Bei den Lautsprechern merkt man den Unterschied. Das Moto hat dafür einen microSD-Kartenslot. Der Vibrationsmotor kommt beim Moto oft zum Einsatz, und genau da wird es unangenehm: Schon beim S25 Ultra ist er nicht gut, beim Moto ist er viel schlechter. Den Unterschied merkst du absolut. Beim Fingerabdrucksensor steht Ultraschall beim Samsung gegen einen optischen Sensor beim Moto. Der ist schon etwas langsamer und ungenauer, das fällt aber kaum auf.
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Preis: der größte Unterschied
Bleibt nur noch eine Frage: Merkt man den Unterschied beim Preis? Wahrscheinlich deutlich mehr als bei allem anderen. Was du beim Moto g86 für knapp 200 € bekommst, ist der Wahnsinn.
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