Das Motorola Razr 60 ist ein Flip-Phone aus der günstigeren Ecke, und genau deshalb habe ich mir zwei Fragen gestellt: Wo muss man bei einem Budget-Klapphandy Abstriche machen? Und wofür braucht man so ein Flip überhaupt? Meine Antwort auf die zweite Frage vorweg: Das Aufklappen ist eine kleine, fast imaginäre Hürde, die dir helfen kann, weniger Zeit am Handy zu verbringen.
Haptik: fühlt sich teurer an, als es ist
Metallrahmen, gebogenes Glas und eine gummiartige, hochwertig anmutende Struktur auf der Rückseite: Das Razr 60 fühlt sich grundsätzlich hochwertig an. Das Scharnier ist sehr stabil, und das Zuklappen ist einfach satisfying. Wenn ich etwas erledigt habe und das Handy zuklappe, macht das jedes Mal Spaß.
Ein echtes Highlight ist der Vibrationsmotor. Der ist sehr gut, besser als beim Samsung S25 Ultra und auf iPhone-Niveau. Das gibt dem Handy direkt ein Premium-Gefühl.
Der Fingerabdrucksensor arbeitet zuverlässig und sitzt auch zugeklappt an einer guten Position, allerdings eher für Rechtshänder. Das ist Gewöhnungssache. Wie sich das für Links- und Rechtshänder anfühlt, zeige ich dir im Video. Gegen Wasser ist das Razr 60 nach IP48 geschützt.
Teilnote Haptik
Display: auffällig hell, mit sichtbarer Falte
Das Innendisplay hat wegen des Faltmechanismus etwas dickere Ränder. Mit 413 ppi ist es scharf genug, mit bis zu 3.000 Nits auffällig hell, und 120 Hz sorgen für flüssige Bewegungen. Die Falte in der Mitte ist merklich. Das ist Gewöhnungssache, stört aber nicht unbedingt.
Das Außendisplay hat dünn ausgeschnittene Kameras, und die Ränder stören nicht. Es läuft mit 90 Hz. Auf der Couch einhändig Benachrichtigungen checken klappt damit gut, aber den richtigen Nutzen habe ich für mich ehrlich gesagt noch nicht so richtig herausgefunden.
Teilnote Display
Leistung: Mittelklasse mit gelegentlichen Rucklern
Im Razr 60 steckt mit dem Mediatek Dimensity 7400X (4 nm) ein Mittelklasse-Chip, und das merkst du. Ab und an ruckelt es, zum Beispiel wenn du Netflix im Querformat verlässt oder eine neue App startest. Apps brauchen generell etwas länger zum Starten. Für einen Mittelklasse-Preis ist die Leistung aber ausreichend.
Eine Schwachstelle ist der Speicher: Mit UFS 2.2 ist er langsam.
Die Mikrofone hören sich gut an. Die Lautsprecher finde ich okay, aber da entscheidest du am besten selbst: Im Video spiele ich dir einen Test vor.
Teilnote Leistung
Software: fast reines Android, aber etwas altbacken
Das Razr 60 läuft mit Android 15, und Motorola bleibt sehr nah an reinem Android. Wer das mag, wird sich hier wohlfühlen. Dafür gibt es weniger Möglichkeiten zur Individualisierung, und das Softwaredesign wirkt etwas alt.
Moto AI ist integriert, allerdings nur bedingt nützlich. Richtig gut gefallen mir dagegen die haptischen Vibrationen, die das Betriebssystem spürbar aufwerten. Praktisch sind auch die Moto-Gesten wie Drehen fürs Öffnen der Kamera und Schütteln für die Taschenlampe, die ich dir im Video zeige.
Teilnote Software
Akku: beeindruckend für ein Klapphandy
Der Akku hat 4.500 mAh und setzt auf Silizium-Kohlenstoff-Technik. Im Vergleich zum Samsung S25 Ultra finde ich das für ein Flip-Phone beeindruckend. Geladen wird mit 30 W per Kabel, und kabelloses Laden ist ebenfalls an Bord.
Vergleich
Leuchtende Werte liegen vorn, die Prozente zeigen, um wie viel.Zum vollen Vergleich →
Teilnote Akku
Kameras: solide Hauptkamera, schwaches Ultraweitwinkel
Die Hauptkamera ist solide. Nichts Besonderes, aber bei Tag gelingen dir schicke Fotos. Das Ultraweitwinkel ist dagegen außer für Schnappschüsse nicht wirklich zu gebrauchen.
Die Selfiekamera ist nur Durchschnitt. Das macht aber wenig, denn dank des Außendisplays kannst du Selfies mit der Hauptkamera machen, und die werden deutlich hochwertiger.
Teilnote Kameras
Wofür überhaupt ein Flip-Phone?
Für mich liegt der eigentliche Reiz im Aufklappen selbst. Das Handy aus der Hosentasche nehmen und erst aufklappen zu müssen, ist eine kleine Hürde, die dich eher zweimal überlegen lässt, ob du jetzt wirklich aufs Handy schauen musst. Wer seine Screentime reduzieren will, kann davon profitieren. Einhändig öffnen ist dabei nicht ganz ohne; wie schwierig das ist, siehst du im Video.
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Zum Ultra würde ich greifen, wenn du nochmal einen Tick mehr Leistung brauchst. Allerdings gibt es in dieser Preisregion mittlerweile auch schon neuere Flip-Phones, die du dir dann ebenfalls anschauen solltest.
