Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die das Licht auf den Sensor fällt. Im Datenblatt steht sie als Blendenzahl, etwa f/1,7. Diese Zahl ist das Verhältnis von Brennweite zum Durchmesser der Öffnung. Deshalb wirkt sie auf den ersten Blick verkehrt herum: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung und desto mehr Licht kommt an.
Warum kleine Zahlen viel ausmachen
Die Lichtmenge hängt von der Fläche der Öffnung ab, und die wächst mit dem Quadrat des Durchmessers. f/1,4 lässt deshalb etwa viermal so viel Licht durch wie f/2,8, obwohl die Zahl nur halb so groß ist. Beim Samsung S26 Ultra hat die Hauptkamera f/1,4, das zweite Tele f/2,9. Beim Oppo Find x9 Ultra reicht die Spanne von f/1,5 an der Hauptkamera bis f/3,5 am 10fach-Tele. Teleobjektive haben fast immer größere Blendenzahlen, weil eine große Öffnung bei langer Brennweite im flachen Gehäuse kaum Platz findet.
Vergleich
Bei wenig Licht und bei der Freistellung
Mehr Licht pro Aufnahme bedeutet: Die Kamera kann kürzer belichten und muss das Signal weniger verstärken. Nachtfotos rauschen dann weniger und verwackeln seltener. Das ist auch der Grund, warum manche Handys im Dunkeln beim Zoomen lieber auf die lichtstärkere Hauptkamera wechseln und das Bild zuschneiden.
Eine große Öffnung macht außerdem den Schärfebereich kleiner, der Hintergrund verschwimmt stärker. Bei Handys fällt dieser Effekt wegen der kleinen Sensoren gering aus. Den kräftigen Unschärfeeffekt im Porträtmodus berechnet meist die Software. Die Blende ist bei fast allen Handykameras fest und lässt sich nicht verstellen.
Worauf du achten solltest
Vergleiche die Blendenzahl nie allein, sondern immer zusammen mit der Sensorgröße. Das Google Pixel 10a hat an der Hauptkamera f/1,7 auf etwa 31 mm², das Vivo x300 Ultra f/1,9 auf etwa 98 mm². Der größere Sensor fängt insgesamt deutlich mehr Licht ein, obwohl seine Blendenzahl höher ist. Wie groß die Unterschiede zwischen Sensoren sind, zeigt der Rechner Sensorgrößen.