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Wie schnell lädt dein Handy wirklich?

Watt-Zahl, Kabel oder Ladepad, Netzteil und Ladezyklen: So liest du Ladewerte richtig und schonst dabei deinen Akku.

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Die Watt-Zahl im Datenblatt sagt dir, wie schnell dein Handy höchstens lädt. Wie lange eine volle Ladung dauert, verrät sie nicht. Die Höchstleistung liegt meist nur kurz an, danach wird das Laden langsamer. Kabellos geht es fast immer gemächlicher als mit Kabel. Hier erfährst du, wie du die Werte liest, warum oft kein Netzteil im Karton liegt und was das Laden mit der Lebensdauer deines Akkus zu tun hat.

Watt-Angabe und echte Ladezeit

Watt ist die Einheit für Leistung. Die Angabe im Datenblatt ist ein Spitzenwert: So viel Energie kann das Handy im besten Fall pro Sekunde aufnehmen. Diesen Wert erreicht es aber nur unter idealen Bedingungen und nur für einen Teil der Ladung.

Der Grund ist die Ladekurve. Ein fast leerer Akku nimmt viel Energie auf. Je voller er wird, desto stärker drosselt das Handy die Leistung, um die Zellen zu schonen. Die letzten Prozente dauern deshalb oft überraschend lange. Hersteller werben aus diesem Grund gern mit der Zeit bis 50 Prozent und nicht mit der Zeit bis 100 Prozent.

Auch die Temperatur bremst. Wird das Handy warm, etwa im Sommer, unter einer dicken Hülle oder beim Spielen während des Ladens, senkt es die Leistung zum Schutz des Akkus.

Die Akkugröße zählt mit

Ein großer Akku braucht bei gleicher Leistung länger als ein kleiner. Das Honor WIN hat einen Akku mit 10.000 mAh und lädt mit Kabel mit bis zu 100 W. Das Samsung S26 hat 4.300 mAh und lädt mit bis zu 25 W. Die Watt-Zahl allein sagt also nicht, welches Handy schneller voll ist. Du musst sie immer zusammen mit der Kapazität sehen.

Was du brauchst, damit die Leistung ankommt

Damit das Handy seine Höchstleistung abrufen kann, müssen Netzteil, Kabel und Ladeverfahren zusammenpassen. Weit verbreitet ist der Standard USB Power Delivery. Manche Hersteller setzen für ihre höchsten Werte zusätzlich auf eigene Verfahren. Dann erreichst du den vollen Wert nur mit dem passenden Netzteil des Herstellers. Mit einem anderen Netzteil lädt das Handy trotzdem, nur eben langsamer.

Mit Kabel oder kabellos

Beim kabellosen Laden überträgt eine Spule im Ladepad die Energie über ein Magnetfeld auf eine Spule im Handy. Dabei geht ein Teil der Energie als Wärme verloren. Liegt das Handy nicht genau mittig auf dem Pad, wird die Übertragung schlechter. Magnetische Halterungen helfen, die Position zu treffen.

Wie groß der Abstand zwischen beiden Wegen ist, zeigen die Werte aus unserer Datenbank:

  • Honor WIN: bis 100 W mit Kabel, bis 80 W kabellos

  • Apple iPhone 18 Pro Max: bis 50 W mit Kabel, bis 25 W kabellos

  • Google Pixel 11: bis 30 W mit Kabel, bis 25 W kabellos

  • Samsung S26: bis 25 W mit Kabel, bis 15 W kabellos

  • Google Pixel 10a: bis 30 W mit Kabel, bis 10 W kabellos

Beim Pixel 11 liegen beide Werte nah beieinander. Beim Pixel 10a lädt das Handy kabellos nur mit einem Drittel der Leistung, die mit Kabel möglich ist. Und manche Handys können gar nicht kabellos laden, etwa das Sony Xperia 10 VIII.

Vergleich

MerkmalHonorHonor WINGooglePixel 11SamsungS26
Akku10.000 mAh (vorn, 101 % mehr)4.985 mAh4.300 mAh
Mit Kabelbis 100 W (vorn, 233 % mehr)bis 30 Wbis 25 W
Kabellosbis 80 W (vorn, 220 % mehr)bis 25 Wbis 15 W

Leuchtende Werte liegen vorn, die Prozente zeigen, um wie viel.Zum vollen Vergleich →

Sehr hohe kabellose Werte erreichst du in der Regel nur mit der Ladestation des Herstellers. Auf einem gewöhnlichen Ladepad nach dem Qi-Standard lädt dasselbe Handy meist deutlich langsamer. Kabelloses Laden spielt seine Stärke deshalb weniger beim Tempo aus als beim Komfort: Handy ablegen, fertig. Auf dem Nachttisch oder am Schreibtisch, wo es ohnehin Stunden liegt, ist die Geschwindigkeit ziemlich egal. Musst du dagegen vor dem Losgehen schnell nachladen, ist das Kabel die bessere Wahl.

Warum oft kein Netzteil im Karton liegt

Viele Hersteller legen ihren Handys nur noch ein Kabel bei. Als Begründung nennen sie weniger Verpackung, kleinere Kartons und die Tatsache, dass in den meisten Haushalten längst Netzteile herumliegen. Kritiker sehen darin vor allem eine Sparmaßnahme. Dazu kommt, dass die EU USB-C als gemeinsamen Ladeanschluss vorschreibt und Geräte auch ohne Netzteil verkauft werden sollen können.

Für dich heißt das: Prüf dein vorhandenes Netzteil, bevor du ein neues kaufst. Wichtig sind zwei Punkte. Erstens die Leistung, die auf dem Netzteil aufgedruckt ist. Ein altes Netzteil mit wenigen Watt lädt auch ein schnelles Handy nur langsam. Zweitens der Standard. Unterstützt das Netzteil USB Power Delivery, lädt es die meisten aktuellen Handys zügig. Für die Höchstwerte mancher Hersteller brauchst du trotzdem deren eigenes Netzteil.

Wie Ladezyklen die Akkugesundheit beeinflussen

Jeder Akku verliert mit der Zeit Kapazität. Ein wichtiger Maßstab dafür sind Ladezyklen. Ein Zyklus entspricht einer vollen Ladung von 0 auf 100 Prozent. Lädst du zweimal von 50 auf 100 Prozent, ergibt das zusammen ebenfalls einen Zyklus.

Ladezyklen bis 80 Prozent

Auf dem EU-Energielabel für Smartphones steht, wie viele volle Zyklen ein Akku übersteht, bis er nur noch 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität hat. Die Werte in unserer Datenbank stammen aus diesen Angaben. Sie unterscheiden sich deutlich:

  • Samsung S25: 2.000 Zyklen

  • Sony Xperia 10 VIII: 1.400 Zyklen

  • Samsung S26: 1.200 Zyklen

  • Google Pixel 11: 1.000 Zyklen

Vergleich

MerkmalSamsungS25SamsungS26SonyXperia 10 VIII
Ladezyklen bis 80 %2.000 (vorn, 43 % mehr)1.2001.400
Akku4.000 mAh4.300 mAh5.000 mAh (vorn, 16 % mehr)
Laufzeit pro Ladung37 h 16 min51 h51 h 7 min (vorn)

Leuchtende Werte liegen vorn, die Prozente zeigen, um wie viel.Zum vollen Vergleich →

Rechne es einmal grob durch: Lädst du jeden Tag einmal voll, sind 1.000 Zyklen nach knapp drei Jahren erreicht, 2.000 Zyklen erst nach mehr als fünf Jahren. Danach ist der Akku nicht kaputt. Er hält nur spürbar kürzer durch als am Anfang. Die Angaben beruhen auf genormten Prüfbedingungen. Wie schnell dein eigener Akku altert, hängt stark davon ab, wie du ihn nutzt.

Was den Akku zusätzlich belastet

Zwei Dinge setzen einem Akku besonders zu: Wärme und lange Zeit bei sehr hohem oder sehr niedrigem Ladestand. Liegt dein Handy jede Nacht stundenlang bei 100 Prozent am Ladegerät, altert der Akku schneller als nötig.

Viele Handys bieten deshalb eine Funktion, die das Laden bei 80 Prozent stoppt oder die letzten Prozente erst kurz vor dem Aufwachen nachlädt. Wenn du im Alltag mit 80 Prozent gut auskommst, lohnt es sich, sie einzuschalten. Schnellladen erzeugt mehr Wärme als langsames Laden. Die Handys regeln das aber selbst und drosseln, bevor es kritisch wird. Wenn du es nicht eilig hast, etwa über Nacht, schadet ein langsameres Netzteil trotzdem nicht.

Wie weit dein Akku schon nachgelassen hat, kannst du mit unserem Rechner zur Akku-Gesundheit abschätzen.

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Worauf du achten solltest

  • Watt-Zahl richtig lesen: Sie ist ein Spitzenwert. Vergleich sie immer zusammen mit der Akkukapazität.

  • Kabellos ist Komfort: Wenn du oft schnell nachladen musst, achte vor allem auf den Wert mit Kabel. Kabellos zählt eher, wenn du das Handy ohnehin lange ablegst.

  • Netzteil prüfen: Liegt keins bei, schau auf Leistung und Standard deines vorhandenen Netzteils. Für die Höchstwerte mancher Hersteller brauchst du deren eigenes Zubehör.

  • Ladezyklen beachten: Willst du dein Handy viele Jahre nutzen, ist ein hoher Wert bei den Ladezyklen bis 80 Prozent oft wichtiger als ein paar Minuten schnelleres Laden.

  • Akku schonen: Nutz das Lade-Limit bei 80 Prozent, wenn dein Handy es bietet, und lass es beim Laden nicht in der Hitze liegen.

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