Foldables haben eigentlich immer die gleichen Kompromisse: schlechtere Kamera, weniger Akku, eine komische Falte im Display und einen hohen Preis. Vivo fragt sich mit dem X Fold 6: Wieso denn überhaupt Kompromisse? Für Neulinge ist es vielleicht eine komische Vorstellung, dass das beste faltbare Smartphone nicht von Samsung oder Apple kommt, sondern von Vivo. Nach diesem Test wirst du mir aber zustimmen, keine Sorge.
Haptik: fühlt sich an wie ein ganz normales Smartphone
2019 startete Samsung mit dem Fold 1 die Ära der faltbaren Smartphones. Ich habe damals auf der IFA eine Stunde angestanden, nur um es einmal falten zu können, ja ehrlich. So beeindruckend das war: Schon beim Anblick wusste man, dass dieses ganze Handy ein purer Kompromiss ist. Über die Jahre wurde dann pro Generation und Hersteller ein Kompromiss nach dem anderen verbessert: Die Bildschirmränder wurden kleiner, die Kameras besser und die Falte im Display geringer.
Nutzt du das Vivo wie ein normales Smartphone, fällt nur Kennern auf, dass oben die Ecken unterschiedlich abgerundet sind. Ansonsten sieht es aus wie ein normales Smartphone, fühlt sich so an und wird auch von anderen so wahrgenommen. Zugeklappt ist es gerade mal 9,4 mm dick und genauso schwer wie das Oppo Find X9 Ultra, das nur 0,3 mm dünner ist.
Aufgeklappt wird es richtig verrückt: Stell dir vor, das wäre ein Tablet im Verkauf. 4,4 mm dünn, dünner als das iPhone Air, mit extrem solider Verarbeitung.
Vergleich
Teilnote Haptik
Display: und wo ist die Falte?
Als Foldable hat das X Fold 6 zwei Displays: eines außen für den Alltag im zugeklappten Zustand und ein großes innen, das du ausklappst.
Das 6,51 Zoll große Außendisplay ist ein LTPO-AMOLED mit 120 Hz und über 5.000 Nits Spitzenhelligkeit. Es steht normalen Smartphone-Displays in absolut nichts nach und ist breit genug für eine normale Tastatur. Kein Kompromiss also im Alltag, wenn es schnell gehen muss.
Wo das Vivo aber wirklich scheint, ist das innere Display: 8,02 Zoll, fast rahmenlos. Und dann die Frage: Wo ist denn die Falte? Ich habe mit echt vielen Leuten über dieses Smartphone geredet, nicht nur, weil man ausgeklappt darauf angesprochen wird, sondern weil das Interesse an so etwas Neuem riesig zu sein scheint. Die erste Frage war fast nie, wie lange der Akku hält oder wie gut die Kameras sind, sondern immer: Was ist mit der Falte? Das würde mich ja mega nerven.
Aus ihrer Perspektive, also von der Seite, ist die Falte zu sehen. Ansonsten, und vor allem bei aktivem Display, verschwindet sie komplett und ist kaum noch fühlbar. Ja, man merkt sie, aber es ist wie mit der Notch: Alle sagten, sie würde stören, und im Alltag tut sie das einfach nicht.
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Würde dich die Falte im Display eines Foldables stören?
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Teilnote Display
Leistung: mehr als genug und angenehm kühl
Die Leistung steht dir im Alltag nicht im Weg. Mit dem Mediatek Dimensity 9500 Super und 12 oder 16 GB RAM ist mehr als genug davon da. Schön ist auch, dass das Smartphone nicht merklich heiß wird, wenn du es stärker forderst.
Teilnote Leistung
Software: voll auf das Foldable optimiert
Vivos Software fühlt sich sehr angenehm an, hat tolle Animationen und ist voll für dieses Smartphone optimiert. Dazu bekommst du haufenweise Personalisierungsmöglichkeiten. Durch Multitasking-Features, etwa einfach durchs Falten, hast du quasi kurz zwei Handys direkt nebeneinander.
Einzig manche Apps sind noch nicht wirklich für diese Größe gemacht, viele wirken einfach breit gezogen. Ab und an stößt du aber auf eine App, die die Breite aktiv nutzt. Ich habe das Aufklappen vor allem genutzt, wenn ich Leuten etwas zeigen wollte: Auf dem Smartphone fühlt sich auf einmal alles klein an, also klappe ich kurz auf und zeige das Foto viel größer. Auch für Medien und Webbrowsing ist es viel angenehmer, gerade wenn du auf der Couch liegst oder deine Ruhe hast.
Im Alltag entsperrst du das Vivo mit einem seitlichen Fingerabdruckscanner und nutzt dann hauptsächlich das Außendisplay. An der Kasse zahlst du ganz normal per Google Wallet.
Teilnote Software
Akku: 7.000 mAh in einem so dünnen Gerät
Dass in so ein dünnes Gerät mittlerweile ein 7.000-mAh-Akku passt, ist ehrlich nur noch verrückt. Selbst für ein normales Smartphone wären die Display-an-Zeiten hier ein sehr gutes Ergebnis. Ist er doch mal leer, lädst du mit bis zu 80 W nach. Interessanterweise musst du das Gerät dafür ausklappen, um die volle Leistung zu bekommen, wahrscheinlich wegen der Hitze. Im Auto lädt das Fold wie jedes andere Handy auf dem kabellosen Ladepad.
Teilnote Akku
Kameras: Vivo-Qualität im Foldable
Vivo ist bekannt für richtig gute Kameras in der X300- oder der kommenden X500-Serie: große Sensoren, exzellente Bildverarbeitung und tolle Farben. Und ja, das trifft alles auch auf dieses Foldable zu.
Die Hauptkamera hat einen 1/1,4-Zoll-Sensor mit 200 MP, das 3-fach-Periskop-Tele immer noch einen echt großen 1/1,95-Zoll-Sensor mit 50 MP, und als Ultraweitwinkel kommt ein weiterer 50-MP-Sensor mit 1/2,76 Zoll dazu. Denk beim Anschauen der Fotos daran, dass sie aus einem faltbaren Smartphone kommen.
Weil das X Fold 6 als Foldable zwei Displays hat, hat es auch zwei Frontkameras. Und genau die könnten besser sein. Bei gutem Licht sind beide in Ordnung, bei schlechtem Licht merklich schlechter. Das ist einer der ganz wenigen Mini-Kompromisse.
Teilnote Kameras
Der Haken: bisher nur als China-Import
Wo ist also der Haken? Es gab eigentlich nur einen: Das Smartphone wurde nur in China verkauft, und du musstest es über Anbieter wie TradingShenzhen importieren. Wenn du es richtig einrichtest und dir der Nachteile einer China-Version bewusst bist, steht dir aber nichts im Weg.
Inzwischen ist das X Fold 6 aber auch für Europa und Deutschland angekündigt. Damit gibt es eine echte Alternative zum China-Import, und du musst dich nicht mehr mit den Nachteilen einer China-Version auseinandersetzen, wenn du das nicht möchtest.
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Warum noch normale Smartphones?
Gerade in Alltagsmomenten fühlt sich das Ausklappen eines Tablets komplett wie Science-Fiction an, das kann ich nicht verneinen. Ich vermisse das innere Display sogar, wenn ich zum Beispiel ein Oppo Find X9 Ultra in die Hand nehme. Ich glaube, wir sind an einem Punkt, an dem man sich fragen muss, warum es noch normale Smartphones gibt, wenn die Technik so ausgereift ist, dass sie sich ohne merkbare Kompromisse auffalten lässt.
Beim Import lohnt ein Blick auf Garantie, Netzbänder und Google-Dienste.
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