Das Vivo x300 Ultra ist eines der ambitioniertesten, aber auch eines der teuersten Smartphones auf dem Markt. Lässt du es aus China importieren, zahlst du weniger als die Hälfte. Welche Einschränkungen bringt das mit sich, und solltest du das tun? Ob das Gerät seinen Preis wert und ein wahres Ultra ist, prüfe ich wie immer anhand meines Smartphone-Zeugnisses.
Haptik: Premium-Verarbeitung mit Kameraberg
Haptik und Buttons sind auf absolutem Premium-Niveau. Der matte Aluminiumrahmen wirkt sehr hochwertig. Es gibt absolut keine scharfen Kanten, alles ist perfekt verarbeitet.
Die Optik ist dagegen Geschmackssache. Ich verstehe jeden, der die runden Kameraelemente hässlich findet, und gehöre selbst so halb dazu. Vor allem, weil das hier kein Kamerabuckel mehr ist, sondern ein Kameraberg.
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Wie gefällt dir das runde Kameramodul des Vivo x300 Ultra?
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Das Gerät ist eigentlich perfekt ausbalanciert. Durch die Halteposition wirkt es aber kopflastig. Das ist nicht dramatisch, aber merklich. Alles andere ist absolut top.
Teilnote Haptik
Display: hohe Pixeldichte, nichts zu meckern
Das LTPO-AMOLED-Display misst 6,8 Zoll, läuft mit bis zu 144 Hz und unterstützt HDR10+. Die Pixeldichte ist mit 510 ppi hoch. Geschützt wird das Display von Vivos Armor Glass. Die Displayschutzfolie habe ich bisher noch nicht abgezogen.
Teilnote Display
Leistung: Spitzenklasse mit Snapdragon 8 Elite Gen 5
Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Mein Testgerät hat 16 GB RAM und 512 GB Speicher. Dafür gibt es von mir die Bestnote.
Teilnote Leistung
Software: China-ROM mit überschaubaren Einschränkungen
Das waren die Punkte, die ich dir jedes Mal erzähle. Jetzt kommen die spannenden Themen Software, Akku und Kameras, und hier gehe ich auch auf eure Fragen und die Einschränkungen der China-Software ein.
Auf meinem Gerät läuft die China-ROM mit OriginOS auf Basis von Android 16. Wie viel vorinstalliert ist, habe ich bereits gezeigt. Es braucht etwas Zeit, das System anzupassen. Das ist zeitintensiv, aber nicht kompliziert. Chinesisch lässt sich relativ gut aus dem System entfernen. Im Alltag siehst du kaum noch chinesische Zeichen, vieles ist ins Englische übersetzt, und Deutsch ist auch verfügbar.
Diese Einschränkungen gibt es mit der China-Version:
Kein Gemini und kein Circle to Search, als Ersatz bleibt das Google-Widget
Kein Standortverlauf in Google Maps und auch kein Standortteilen
Kein WearOS
Keine eSIM
Kein Google-Newsfeed in der Google-App
Kein Doppelklick auf die Power-Taste für die Kamera, stattdessen gehen Leiser-Taste oder Back-Tap
Ohne Einschränkungen funktionieren dagegen:
Banking-Apps und Google Pay
Benachrichtigungen, wenn du dafür sowohl die Energieeinstellungen anpasst als auch Autostart aktivierst
Volles 5G im Telekom-Netz, sogar besser als bei meiner Freundin mit iPhone
4K-Streaming mit Netflix
Authenticator-Apps
Software-Updates, zwei habe ich bisher schon bekommen
Nicht getestet habe ich Android Auto, weil ich kein Auto mit Android Auto habe, und das Entfernen der China-Apps über den Computer.
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Würdest du ein Handy mit China-ROM importieren, um viel Geld zu sparen?
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Die Software gefällt mir weiterhin sehr gut. Sie ist natürlich relativ weit weg von Stock Android, hat aber schicke Animationen und viele individuelle Einstellungen. Die China-Apps und -Dienste lassen sich sehr gut entfernen, nicht komplett, aber genug, dass sie im Alltag nicht stören. Die Einschränkungen muss jeder für sich bewerten. Ich persönlich würde die China-Version nochmal kaufen und empfehle sie jedem, der nicht unbedingt auf seine WearOS-Uhr oder eSIMs angewiesen ist. An alles andere kann man sich gewöhnen.
Teilnote Software
Akku: groß genug für einen langen Tag
Die China-Version hat einen Akku mit 6.600 mAh, die globale Version kommt auf 6.400 mAh. Die China-ROM ist etwas ineffizienter, aber der Akku ist groß genug. Die Laufzeit ist solide: Nach einem vollen Tag mit fast 6 Stunden Display-Zeit und aktivem Always-on-Display hatte ich noch 20 % übrig.
Aufgeladen wird super schnell, laut Angabe mit bis zu 100 W. Ohne das eigene Ladegerät sind es aber nur 40 W.
Teilnote Akku
Kameras: Porträts, die ihresgleichen suchen
Das Kamera-Line-up ist beeindruckend. Die Stabilisierung ist merkbar besser geworden, und die Fotos sind superscharf. Dazu kommt meine Lieblings-Kamera-App mit tollen Einstellungsmöglichkeiten und frei belegbaren Shortcuts.
Hauptkamera: Der neue 200-MP-Sensor Lytia 901 macht tolle Fotos, und 35 mm sind eine tolle Brennweite. Die Farbmodi gefallen mir. Standardmäßig ist Vivid eingestellt, was mir zu viel ist. Ich mag lieber Rich. Per Doppeltipp auf 35 mm bekommst du 70 mm, dank 200 MP fast verlustfrei.
Ultraweitwinkel: Hier steckt der größte Ultraweitwinkelsensor auf dem Markt. Fotos und Videos sind scharf, aber wie gezeigt etwas übersättigt, selbst im Authentic-Modus. Die Farben sind wärmer geworden. Ich nutze das Ultraweitwinkel allerdings selten.
3,7-fach-Tele: Die 3,7-fach beziehen sich auf die klassische Weitwinkel-Brennweite von 24 mm, die 35 mm der Hauptkamera entsprechen quasi 1,3-fach. Etwas schade finde ich, dass hier der gleiche Sensor wie im x300 Pro steckt. Dafür sind die Stabilisierung besser und die Lichtaufnahme merklich höher. Das Oppo Find X9 Ultra hat hier einen 1/1,28-Zoll-Sensor statt 1/1,4 Zoll, dafür aber auch nur 3-fachen statt 3,7-fachen Zoom. 10-fach mit 50 MP ist quasi verlustfrei und bockscharf. Den direkten Vergleich mit dem Find X9 Ultra gibt es als eigenes Video auf YouTube. Die Farben sind zwischen den Linsen nicht exakt gleich, im Video siehst du, wo es springt.
Vergleich
Leuchtende Werte liegen vorn.Zum vollen Vergleich →
Die Porträts sind der Wahnsinn, für mich die allerbesten auf dem Markt. Und das nicht nur bei Personen: Du kannst alles im Porträtmodus fotografieren, selbst Bäume. Der Nachtmodus ist super gut. Auch die Videoqualität ist beeindruckend, mit Log in 4K mit 100 Mbit und sogar APV, was allerdings sehr speziell ist. Der Porträt-Videomodus überzeugt ebenfalls. Den Streetfotografie-Modus habe ich kaum benutzt. Ein Kritikpunkt: Beautify musst du ausschalten, und gefühlt ist es nie zu 100 % aus.
Teilnote Kameras
China-Import: lohnt sich das?
Die UVP liegt bei 1.999 €, als Import bekommst du das x300 Ultra ab 927 €. Ich finde das Gerät toll, und für mich überwiegt die Ersparnis die Einschränkungen der China-Software. Abwägen muss das aber jeder selbst, je nachdem, wie wichtig dir WearOS, eSIM oder Gemini sind.
Beim Import lohnt ein Blick auf Garantie, Netzbänder und Google-Dienste.
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